Drei Spitzbuben

Drei Spitzbuben

Die meisten Hunde sind mehr oder weniger wachsam. Was den genauen Unterschied zwischen einem Spitz und einem anderen Hund ausmacht, wissen heute wohl hauptsächlich noch die Spitzbesitzer selbst und die wenigen anderen Leute, die Spitze in ihrer gnadenlosen Unbestechlichkeit, meist von früher her, noch kennen – also vordringlich alte Menschen und diejenigen, die entweder von dieser extremen Wachsamkeit profitiert oder unter ihr „zu leiden“ hatten. Und das sind hauptsächlich Bauern, aber auch Handwerker (die unter der „Oberaufsicht“ eines Spitzes arbeiten und dabei äußerst vorsichtig sein mussten, wenn sie irgendetwas angefasst haben) und vor Allem natürlich Diebe und Einbrecher. Nicht umsonst wurde sogar ein Spiel („Spitz pass auf“) nach ihnen benannt. Diese Wachsamkeit steigert sich, je dunkler es ist.

Eines Nachts wurden wir davon wach, dass Susanne und Otto im Erdgeschoss des Hauses vor Wut regelrecht tobten. Da unser Schlafzimmer direkt unterm Dach des Hauses war, schauten wir sofort aus der Dachluke. Was ich dort sah, ließ sich an Perfidität kaum überbieten.

Vor unserem Haus waren zwei Autoknacker fleißig am Werk. Und zu meiner großen Überraschung hatten sie als Komplizen einen Wolfsspitz dabei, der „Schmiere stand“. Bei aller Perfidität dieser Situation muss ich natürlich feststellen, dass ich diese Idee auch irgendwie schon wieder pfiffig fand. Einen aufmerksameren Aufpasser kann sich augenscheinlich selbst ein Dieb nicht wünschen!

Nur hatten sie in diesem Fall, wie man so schön sagt, die „Rechnung ohne den Wirt gemacht“. Vermutlich hätten gerade auf den Umstand, dass der Hund dabei war, andere Hunde auch nicht ansatzweise so aufgebracht reagiert wie eben Susanne und Otto.

Zwar flüchteten die beiden Autodiebe sofort aufgrund des Lärms unserer beiden, aber selbstverständlich hatte ich umgehend die Polizei angerufen und was die beiden sich wohl als besonders großen Vorteil gedacht hatten, wurde ihnen nun zum Verhängnis:
Da wir die beiden jungen Männer ja nur für Sekunden im Dunkeln und aus der Vogelperspektive gesehen hatten, konnten wir keine wirklich gute Täterbeschreibung liefern. Das wichtigste Merkmal daran war, dass sie einen großen Wolfsspitz dabei hatten. Und da größere Spitze ja allgemein relativ selten geworden sind, hat es auch nicht lange gedauert, bis die Herrschaften gefunden und dingfest gemacht waren.

Noch in der Nacht kamen die Besitzer des geknackten Autos zu uns, um sich überschwänglich zu bedanken.

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