Der Schnapper

Griepto war seit etwa zwei Wochen bei uns – als ich mit den Hunden spazieren und in ein extra abgezäuntes Gelände gegangen war. Dort war ich allein mit meinen Hunden und das erschien mir bei dem noch unsicheren Griepto am Besten. Ich leinte also die ganze Bande ab und sie konnten einfach rennen. Es dauerte nicht lange und Banja fegte wie ein Wirbelwind um das ganze Gelände – Griepto hinterdrein. Die beiden rasten an mir vorbei und hatten einen unglaublichen Spaß.
Der alte Otto erkundete das Gelände lieber langsam und schnuppernd.

Als das junge Gemüse wieder einmal bei mir vorbeipreschte, schnappten sie beim Vorbeirennen spielerisch nach mir. Nicht bösartig, sondern so, wie auch wir jemanden am Arm fassen und zum Mitrennen oder Mitspielen auffordern würden. Nur, dass der Hund ja keine Hände hat und darum das Maul nimmt. Griepto war vor lauter Freude und Spaß regelrecht explodiert und hatte das – völlig unbedacht – natürlich auch gemacht. Ein paar Meter weiter stoppte er abrupt seinen Lauf und erstarrte förmlich zur Salzsäule. Er blickte mich mit weit aufgerissenen Augen an und erwartete wohl eine üble Strafe.

Da ich natürlich verstanden hatten, dass hinter diesem „Schnapper“ nicht die mindeste böse Absicht stand, sondern nur die überschwänglich gute Laune und die Aufforderung an mich, mitzurennen, habe ich ihn lachend zu mir gerufen und liebkost. Kein Mensch, der so etwas nicht schon selbst bei einem solchen Tier erlebt habt, kann sich vorstellen, wie mein guter Griepto reagierte.
Man könnte förmlich sehen, wie ein dicker Knoten in seiner Seele zerplatzte!
Ich hatte ihm wieder einmal bewiesen, dass ich ihn und seine Absichten durchaus verstand und keineswegs jede seiner Regungen als bösartig betrachtete und mit Schlägen bestrafte.

Im Anschluss tobte er noch wilder und ausgelassener mit Banja durchs Gelände – man sah ihm an, dass er es in vollen Zügen genoss, einfach Hund sein zu dürfen und sich endlich (angst)frei fühlte!

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